Biomarker-Test als Entscheidungshilfe für Chemotherapie

Biomarker-Test als Entscheidungshilfe für CHemotherpie

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In Europa ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung unter Frauen. Nicht immer benötigen Frauen eine Chemotherapie, um einen Nutzen davon zu haben und um das Rückfallrisiko zu minimieren. Die Giftigkeit der Substanzen und deren Nebenwirkungen müssen auch Beachtung finden. Das Unternehmen Exact Sciences ist aus diesem Grund einer der führenden Anbieter von genombasierten diagnostischen Tests in der Krebstherapie, um eine Entscheidungshilfe für oder gegen eine Chemotherapie zu finden. Der einzige Test, der sichere Aussagen zu einem zu erwartenden Nutzen und zum Rückfallrisiko für Brustkrebspatientinnen machen kann, ist der „Oncotype DX Breast Recurrence Score Test“ von Exact Sciences, der auch seit fast einem Jahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Er dient als Entscheidungshilfe bei Brustkrebs-Patientinnen im Frühstadium mit Hormonrezeptor-positivem, Her2/neu-negativem und nodal-negativem (Lymphknoten sind nicht befallen) Mammakarzinom (Brustkrebs). Alle drei Parameter oder Faktoren sind in der Diagnostik unter anderem ausschlaggebend, damit Ärzte wissen, wie genau sie den Brustkrebs individuell behandeln müssen. Der genomische Test wurde entwickelt, um Krebspatientinnen und deren behandelnde Ärzte ganz individuell zu unterstützen, da die dem Brustkrebs zugrunde liegende Tumorbiologie ganz unterschiedlich ist. Der Biomarkertest entschlüsselt den Tumor und klassifiziert ihn, sodass sich die Therapieentscheidung nach der Entschlüsselung richtet, was eine Unter- oder Überbehandlung vermeidet.

Eine Studie mit fast 5.000 Brustkrebs-Patientinnen hat gezeigt, dass viele Patientinnen mit den oben beschriebenen Parametern keine Chemotherapie benötigen, obwohl alle Betroffenen mit dieser Klassifizierung vor der Testung mit dem Biomarkertest anders eingestuft wurden. Selbst Frauen mit nodal-positivem Ergebnis, bei denen bis zu drei Lymphknoten von Krebszellen befallen wurden, benötigen danach oft keine Chemotherapie. Sie wurden ausschließlich mit einer Antihormontherapie behandelt, die bei Hormonrezeptor-positivem Status immer zum Einsatz kommt. Die besagte ADAPT-Studie hat gezeigt, dass vielen Betroffenen mit diesem Brustkrebs im Frühstadium und mit nodal-negativer oder nodal-positiver Erkrankung eine Chemotherapie erspart bleiben kann. Der Test identifiziert demnach die Patientinnen, für die eine Chemotherapie angebracht ist und für die nicht. Das Fazit der Studie zeigt, dass 96 Prozent aller so identifizierten Frauen mit den oben genannten Brustkrebseigenschaften die Therapie nur mit einer Behandlung mit Antihormonen innerhalb von fünf Jahren überlebten.

Zur Entscheidungsfindung des Oncotype DX Tests wird ein Protein herangezogen, das Ki-67 heißt und zur Markierung von sich teilenden menschlichen Zellen, auch Krebszellen, geeignet ist. Ki-67 ist als Wachstumsfaktor einer Zellansammlung aussagekräftig genug, um über eine bevorstehende Therapie zu entscheiden. Auf die Aussagen der ADAPT-Studie hören mittlerweile 80 Brustkrebs-Zentren in ganz Deutschland. Die Studie wurde von der Westdeutschen Studiengruppe in den Zentren eingeführt. Die Ergebnisse der Studie zeigen ganz deutlich, dass der Oncotype-DX-Test und die Ki-67 Testung wichtige Entscheidungshilfen für oder gegen neoadjuvante Therapien wie die der Chemotherapie ist. Damit verbunden ist auch eine Einschätzung des Rückfallrisikos bei diesem Brustkrebs im Frühstadium. Die Biologie des individuellen Mammakarzinoms ist entscheidend für die therapeutischen Maßnahmen und somit auch für den Erfolg der Therapieentscheidung und Behandlung. Da nur wenige Frauen mit diesem Typ Brustkrebs von einer Chemotherapie einen Nutzen haben, werden Chemotherapien wohl in der Zukunft reduziert werden können, was auch die Kosten im Gesundheitswesen senkt. Schätzungen zufolge könnten so im Jahr in Deutschland etwa 253 Millionen Euro eingespart werden. 

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