Diagnose Brustkrebs: Das sind die wichtigsten Kenngrößen (Teil 3)

Genomtest Mikroskop

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Molekularbiologische Tests   

Die genaue Auswertung jedes einzelnen Brustkrebs-Befundes liefert immer wieder verschiedene Brustkrebs-Varianten (Varianten des Mammakarzinoms), sodass Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs ist.  

Die sogenannte Proliferation, die Zellteilung von Tumorzellen, die sich gerade vervielfältigen, ist auch noch von großer Bedeutung für das weitere Vorgehen in der Behandlung. Zur Bestimmung der Proliferation wird ein Eiweißmolekül herangezogen, der sogenannte Ki-67 Antikörper, der darüber Auskunft gibt, wie viele Zellen sich zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig teilen. Dieser Wert wird in Prozent von 0-100 angegeben. Ist der Wert klein, haben die Patientinnen kein großes Rückfallrisiko und der Nutzen einer Chemotherapie im Anschluss an die Operation ist eher gering einzustufen.  

Um dieses Risiko beziehungsweise den Nutzen einer Chemotherapie zu bestimmen, werden seit wenigen Jahren molekularbiologische Tests, oder auch genomische Tests genannt, eingesetzt, die die Vervielfältigung (Expression) verschiedener Tumorgene untersuchen. Hierfür benötigt man vor (durch eine Biopsie erhalten) oder nach der Operation eine Gewebeprobe des Mammakarzinoms. Die Gewebeprobe wird mit Hilfe des Untersuchungsverfahrens so aufgearbeitet, dass man die biologische Aktivität des Tumors und damit dessen Aggressivität feststellen kann. Ist der Brustkrebs beispielsweise in einem sehr frühen Stadium entdeckt worden oder das persönliche Rückfallrisiko wahrscheinlich klein, benötigt die Patientin laut genomischem Testverfahren keine Chemotherapie.  

Eine sichere Therapieentscheidung für oder gegen eine Chemotherapie ist aber erst möglich, wenn alle in Teil 1 und 2 aufgeführten Kenngrößen (Parameter) ausgewertet wurden.  

Im Anschluss an die exakte Auswertung des Befundes erklärt der behandelnde Arzt die Patientin über die genaue Behandlung des bösartigen Tumors in der Brust auf. Ziel ist es dabei, immer den Nutzen und das Risiko einer Behandlung möglichst genauestens abzuwägen.  

Kann auf eine Chemotherapie zum Beispiel laut molekularbiologischem Test verzichtet werden, ruft dies in den Betroffenen einerseits Erleichterung hervor, aber andererseits auch Skepsis, ob wirklich mit den richtigen Maßnahmen der Krebs in der Brust bekämpft werden kann.  

Der behandelnde Arzt oder aber die speziell ausgebildete Pflegeexpertin als „Breast Care Nurse“ kann mit den Frauen die richtige und individuell passende Therapieentscheidung besprechen. Letztlich sollte diesem Testergebnis vertraut werden, weil durch Leitlinien zur Diagnostik und Therapie einer Brustkrebserkrankung klare Empfehlungen für oder gegen eine Chemotherapie festgelegt sind.  

Quelle: www.brustkrebs-meinen-befund-verstehen

Diagnose Brustkrebs: Das sind die wichtigsten Kenngrößen (Teil 1)

Diagnose Brustkrebs: Das sind die wichtigsten Kenngröße (Teil 2)

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