Medikament Tamoxifen: Frauen vor der Menopause waren drei Monate von Lieferengpässen betroffen

Produktion von Medikamenten, Konzept Brustkrebsfrüherkennung

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Das Medikament Tamoxifen war seit Februar dieses Jahres von Lieferengpässen betroffen. Vor allem die 20 Milligramm-Variante fehlte in vielen Apotheken. Deshalb wurden Ärztinnen und Ärzte angewiesen, auf geringere Stärken und kleinere Packungsgrößen auszuweichen. Unter Umständen mussten Betroffene sogar auf eine tägliche Einnahme verzichten. Tamoxifen kommt bei der Nachsorge eines hormonrezeptorpositiven zum Einsatz. Es hemmt Östrogen und sorgt dafür, dass das Mammakarzinom nicht noch einmal entsteht.

Neue Empfehlungen und Informationen über Versorgungslage

Vor Kurzem hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitgeteilt, dass tamoxifenhaltige Arzneimittel als Großpackungen (N3) wieder lieferbar sind. Viele betroffene Frauen mit einer zurückliegenden Mammakarzinom-Diagnose können jetzt aufatmen.  

Das BfArM informiert weiter, dass die Versorgungslage durch importierte und wieder verfügbare Tamoxifen-Präparate ausreichend ist, aber dass weiterhin keine Vorratshaltung mit Übervorrat einsetzen darf, um die Versorgung nicht zu gefährden. Auch seit dem 9. Mai sind demnach keine Kleinpackungen mehr zu verordnen und ApothekerInnen dazu angehalten, die kleineren Packungen mit jeweils 20 Stück (N1) zu einer großen (100 Stück/N3) zu bündeln. Außerdem weist das Institut darauf hin, dass importierte tamoxifenhaltige Präparate zurzeit vorrangig in der Offizin abgegeben werden sollen.  

BfArM-Anordnung und dessen Auswirkung auf die Versorgung

Der Beirat für Liefer- und Versorgungsengpässe des BfArM hatte im Februar ein Maßnahmenpaket beschlossen, wonach Lieferengpässe bei tamoxifenhaltigen Arzneimitteln abzumildern waren, weil die Produktion der Antiöstrogene für Hersteller wohl nicht mehr rentabel sind/waren. Zehntausende Brustkrebs-Patientinnen waren bis vor Kurzem betroffen und konnten auf kein anderes Medikament ausweichen. Brustkrebs-Patientinnen in der adjuvanten Therapiephase mussten infolgedessen eine Zeit lang auf den Schutz verzichten.  

Da hauptsächlich die 20 mg-Tablette nicht lieferbar war, konnten Betroffene für einen gewissen Zeitraum auf die 10 mg-Variante ausweichen und von dieser einfach zwei Tabletten nehmen.  

MedizinerInnen konnten auch keinen alternativen Wirkstoff aufschreiben und verordnen. Die Alternative, der sogenannte Aromatasehemmer, darf ohne zusätzliche Einnahme weiterer Medikamente vor der Menopause der betroffenen Frauen nicht ohne Weiteres verordnet werden und sorgt für mehr Nebenwirkungen.

Quelle: www.kbv.de

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