Neue Studie zur Behandlung von erblichem Brustkrebs

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Bei einem erblich bedingten Brustkrebs liegt eine Genmutation, also eine erbliche Veränderung eines Gens in einem von beiden Brustkrebsgenen vor, die BRCA 1 und 2 heißen. Frauen mit einem Mammakarzinom, auf die dieses Merkmal zutrifft, sind in der Minderheit, denn nur etwa 25 Prozent aller Brustkrebsfälle sind Mutationen dieser Art. 1.836 dieser betroffenen Frauen mit besagtem erblichem Brusttumor nahmen an einer klinischen Phase-III-Studie teil. Voraussetzung für die Teilnahme war aber nicht nur die genetische Veränderung, sondern auch das Vorliegen eines HER2-negativen Befundes im Frühstadium sowie eine ungünstige Prognose und ein hohes Rückfall-Risiko für Rezidive.  

Allen beteiligten Frauen wurden für die Analyse Medikamente verabreicht. Ein Teil von ihnen bekam ein Scheinpräparat, ein sogenanntes Placebo ohne Wirkstoff, die andere Hälfte erhielt eine Therapie mit einem PARP-Hemmer bei erblichem Brusttumor. In beiden Gruppen erhielten die Patientinnen die Präparate erst nach einer Operation. Eine zusätzliche Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, dass die Patientinnen eine Chemotherapie neoadjuvant vor der Operation hatten oder adjuvant (unterstützend) nach der Operation.  

Was ist ein PARP-Hemmer und wie wirkt er sich aus?  

PARP-Hemmer sind sogenannte Inhibitoren, also Hemmstoffe als Arzneistoffe, die das Enzym Poly-(Adenosin-Diphosphat-Ribose)-Polymerase, kurz PARP, blockieren, damit verhindert wird, dass Krebszellen einen durch Zytostatika (Chemotherapie) ausgelösten Schaden reparieren können. PARP-Hemmer werden demnach in einer Erhaltungstherapie nach einer Chemotherapie eingesetzt, damit der Körper der Betroffenen nicht dazu übergeht, die zerstörten Krebszellen durch Reparatur wiederherzustellen. PARP-Inhibitoren lösen quasi Selbstmord von Krebszellen aus. 

Prognose von Brustkrebs-Patientinnen mit PARP-Hemmer-Therapie 

Die Studienergebnisse weisen ganz deutlich darauf hin, dass PARP-Hemmer ihre Berechtigung in der Behandlung von Mammakarzinomen mit oben genannten Merkmalen haben und dass sie eine Option für Frauen mit BRCA-Mutation und HER2-negativem Befund sind. Sie tragen zur Verbesserung der Überlebenschancen in einem Drei-Jahreszeitraum bei, in dem auch eine Verbesserung der Bildung von Metastasen in vom Brusttumor entfernten Organen erkennbar ist. Außerdem fällt die Brustkrebs-Todesrate geringer aus, wie die beteiligten Wissenschaftler der Studie resümieren. Betroffene, mit BRCA1- und BRCA2-Mutation haben auch ein erhöhtes Risiko, um an Eierstockkrebs zu erkranken. Diese Krebsart ist auch empfänglich für eine zielgerichtete Krebstherapie. Oben beschriebene Brustkrebs-und Eierstockkrebs-Zellen sprechen demnach gut auf PARP-Inhibitoren an. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der amerikanischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“.

Quelle: www.krebsgesellschaft.de

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