Tamoxifen: Brustkrebs-Medikament ist von Lieferengpässen betroffen

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Tamoxifen kommt als Wirkstoff bei Frauen mit einem Mammakarzinom zur unterstützenden Behandlung in Frage, wenn bei Betroffenen ein hormonrezeptorpositiver Brustkrebs diagnostiziert wurde. Der Wirkstoff, der als Originalpräparat von der Firma AstraZeneca entwickelt wurde, wirkt als selektiver Modulator von Estrogen-Rezeptoren und ist ein sogenanntes Antie(ö)strogen, das gezielt an den Andockstellen weiblicher Geschlechtshormone tätig ist und das Wachstum derartiger Tumore hemmt.  

Welche Maßnahmen sind bei Knappheit zu ergreifen?  

In den Arztpraxen sind diese Hinweise bereits angekommen, zu denen die Versorgungssicherstellung gehört, die Priorität hat. Die Sicherung der Versorgung soll durch mehrere gezielte Maßnahmen erreicht werden. Dazu gehört, dass Packungsgrößen und Dosierungseinheiten variabel gestaltet werden können. Das heißt, dass die Patientin entweder eine kleinere, unwirtschaftlichere Packung mit niedrigeren Stückzahlen bekommt oder die Dosierung angepasst wird. Sonst eingenommene 10 mg des Wirkstoffes sind eventuell nicht lieferbar und werden durch 20 mg als halbe Tablette pro Tag ersetzt.  

Gynäkologische Arztpraxen sind zudem dazu angehalten, keine Bevorratung zuzulassen, damit eine unterbrechungsfreie Behandlung aller Frauen gewährleistet ist. Von entsprechenden Fachgesellschaften gibt es zudem Therapieempfehlungen in Krisenzeiten wie diese. Um die Versorgung weiterhin sicherzustellen, appelliert das BfArM an alle Ärztinnen und Ärzte für ein bedarfsgerechtes Verordnungsverhalten. Außerdem wurde vom Bundesgesundheitsministerium kurzfristig eine Bekanntmachung des Versorgungsengpasses mit Tamoxifen vorgenommen. Die vorgezogene Nachproduktion soll bis etwa Ende April 2022 abgeschlossen sein.

Welche Zuzahlungen sind nötig?

Tamoxifen von AstraZeneca als Originalpräparat unterliegt der Festbetragsregelung, sodass die Differenz der verordneten Generika zum teureren Original in der Regel vom Versicherten zu zahlen ist. Ausnahmen in Engpass-Situationen sind nicht konkret im Sozialgesetzbuch V geregelt. Krankenkassen zahlen aber in Ausnahmesituationen wie diese die Mehrkosten, wenn Rabattverträge mit dem Wirkstoff Tamoxifen abgeschlossen wurden. Liegt das noch erhältliche Produkt über dem Festbetrag, trägt die Zuzahlung wohl auch die gesetzliche Kasse.  

Quelle: www.kbv.de

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