Wird das Mammographie-Screening-Programm erweitert?

Brustkrebs-Screening Awareness, Konzept Brustkrebsfrüherkennung

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Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren können alle zwei Jahre zur Brustkrebs-Früherkennung gehen, um ein Mammakarzinom (Brustkrebs) mit einer speziellen Untersuchung der Brust aufzuspüren und frühzeitig erkennen zu können. Nur 50 Prozent aller automatisch eingeladenen Frauen nehmen allerdings das sogenannte Mammographie-Screening in Anspruch. Seit 2005 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Früherkennung in dieser Altersgruppe.  

IQWiG sieht geringen Nutzen in Ausweitung von Mammographie-Screening

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dazu beauftragt, Anhaltspunkte für den Nutzen eines Screenings für Frauen im Alter zwischen 45 und 49 Jahren sowie 70 bis 74 Jahren zu finden. Nach ggf. positiver Nutzenbewertung soll es möglicherweise zu einer Ausweitung der Altersgrenzen kommen.

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass Frauen in den beiden zusätzlichen Alterskategorien einen Überlebensvorteil haben, der aber laut Aussage von Expert:innen „nur sehr klein“ ist. Falsch-positive Befunde und sogar Überdiagnosen stehen im Kontrast zur Reihenuntersuchung dieser Altersstufen, sodass in Einzelfällen eine individuelle Nutzenbewertung ratsam ist. Die betroffenen Frauen entscheiden am besten selbst über ein Für und Wider der Früherkennungsmaßnahme.  

Allerdings hat die EU-Kommission die europäische Brustkrebsleitlinie angepasst. Sie empfiehlt danach, vor- und nachgelagerte Altersstufen mit in das Mammographie-Screening miteinzubeziehen. Vorteile – wenn auch nur sehr kleine – überwögen die Risiken der Untersuchung.  

Amt für Strahlenschutz prüft Zulässigkeit

Die Ausweitung des Mammographie-Screenings kann aber erst nach Prüfung der Zulässigkeit in Bezug auf die strahlenschutzrechtliche Verordnung hierzulande erfolgen. Dazu prüfen Fachleute des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Altersgrenzen-Ausweitung.

Positive Nutzenbewertung des G-BA?

Auch wurden zum Teil ältere Studien begutachtet und ein Vor- und Abschlussbericht des IQWiG veröffentlicht, der den Auftraggeber, den G-BA, über die positive Nutzenbewertung informiert. Zusammen mit dessen Stellungnahme nach positiver BfS-Prüfung wird es dann einen G-BA-Beschluss geben. Bis dahin müssen sich betroffene Frauen aber noch gedulden. Ein möglicher Beschluss tritt nicht sofort in Kraft, sodass interessierte Frauen noch nicht am Brustkrebs-Screening per Kassenleistung teilnehmen könnten. Wenn die Empfehlung umgesetzt wird, werden auch die erweiterten beiden Altersgruppen als Teil der Kassenleistung akzeptiert.  

Quelle: www.iqwig.de 

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